Das Kräfteverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Schweiz verbirgt einen zweiten, weniger sichtbaren, aber für Ihre Karriere ebenso entscheidenden Kampf: die Automatisierung.
Die zentrale Tatsache: Die Gewerkschaftsorganisation fordert je nach Branche Erhöhungen zwischen 3 und 5 % und hebt beispielsweise das Gesundheitswesen und den Detailhandel hervor. In einem Umfeld niedriger Arbeitslosigkeit und eines War for Talent gilt dieses Kräfteverhältnis als arbeitnehmerfreundlich.
Was das konkret bedeutet
Diese starke Position hat jedoch eine Kehrseite. Die Analysten von Le Temps weisen darauf hin, dass die Nutzung von Angebot und Nachfrage durch einen Arbeitnehmer für einen Jobwechsel langfristig die längst erwartete Roboterrevolution beschleunigen und bestimmte Berufsgruppen erneut schwächen könnte.
Für Recruiter bedeutet dies eine ständige Abwägung zwischen Lohnkosten und technologischen Investitionen. Für Bewerber bedeutet es, dass Stellen, die besonders stark von schnellen Lohnerhöhungen betroffen sind, auch vorrangig auf eine teilweise oder vollständige Automatisierung geprüft werden. Die Unterscheidung zwischen repetitiven Aufgaben und Aufgaben mit hohem Beziehungs- oder Entscheidungswert wird zu einem Kriterium der Arbeitsplatzsicherheit und nicht nur der Leistung.
Konkrete Maßnahme für diese Woche
Listen Sie die drei repetitivsten Aufgaben Ihrer aktuellen Position auf. Notieren Sie für jede Aufgabe, ob es in Ihrer Branche bereits ein Automatisierungstool gibt. Identifizieren Sie anschließend eine Kompetenz, die nur Sie als Mensch in diesen Prozess einbringen (situatives Urteilsvermögen, Kundenbeziehungen, ethische Abwägung). Stellen Sie diese Kompetenz in Ihrem nächsten Jahresgespräch oder in Ihrem LinkedIn-Profil heraus.
Idee für einen anpassbaren LinkedIn-Beitrag: "Über die Lohnerhöhungen für 2027 wird viel gesprochen. Weniger wird darüber gesprochen, was manche Unternehmen dazu bringt, zu automatisieren, statt die Löhne zu erhöhen. Diese Woche stelle ich mir in Bezug auf meine eigene Position die Frage: Welche Aufgabe könnte morgen ein Algorithmus für mich übernehmen? Und was bleibt, wenn diese Aufgabe wegfällt?"
