Der IT-Sektor, in der Schweiz lange ein Synonym für sichere Beschäftigung, zeigt seit dem Aufkommen generativer KI beispiellose Anzeichen von Verwundbarkeit.
Eine deutliche statistische Wende
2022 lag die Arbeitslosenquote in der Schweizer IT nahe am Landesdurchschnitt. Heute ist das nicht mehr der Fall. Die Arbeitslosigkeit im Schweizer IT-Sektor lag 2022, dem Jahr der Einführung von ChatGPT, noch nahe am Schweizer Durchschnitt, doch ab Frühjahr 2023 vergrößerte sich die Lücke. Im vergangenen Mai lag der Abstand bei fast einem Prozentpunkt über dem Landesdurchschnitt.
Was das konkret bedeutet
Für Recruiter verändert dieser Umschwung die Lage: Stellen in der reinen Softwareentwicklung, die wegen des Fachkräftemangels früher leicht zu besetzen waren, erhalten nun mehr Bewerbungen bei einer relativ stabilen Zahl an Stellen – in einigen Junior-Segmenten sogar bei rückläufigem Angebot. Für IT-Bewerber reichen Programmierkenntnisse allein nicht mehr aus, um eine Stelle zu sichern: Die Fähigkeit, KI-Tools zu steuern, ihre Ergebnisse zu überwachen und technisches Fachwissen mit Geschäftsverständnis zu verbinden, wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Für die berufliche Entwicklung bedeutet das, dass ein Junior-Ingenieur ohne klare Spezialisierung – etwa Daten, Cybersicherheit oder angewandte KI – stärker gefährdet ist als noch vor drei Jahren.
Diese Woche: Wenn Sie in der IT arbeiten, listen Sie die drei Aufgaben Ihrer aktuellen Position auf, die ein generatives KI-Tool bereits teilweise übernehmen könnte, und identifizieren Sie eine ergänzende Kompetenz – Geschäftswissen, Projektmanagement oder Sicherheit –, die Sie in Ihrem Profil hervorheben können, um sich abzuheben.
Idee für einen anpassbaren LinkedIn-Beitrag
„Die Arbeitslosigkeit in der IT liegt inzwischen über dem Schweizer Durchschnitt. Nicht die KI ersetzt die Entwickler, sondern die Lücke zwischen denen, die KI steuern, und denen, die allein programmieren, wird größer. So habe ich meine Rolle in diesem Jahr angepasst ...“
