Jede dritte junge erwerbstätige Person, die in der Schweiz Arbeit sucht, ist nicht bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert – der Stelle, die sie auf dem Weg zu einer Arbeitsstelle unterstützen soll.
Die Fakten: Laut den Anfang September 2026 veröffentlichten Zahlen des Seco lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Schweiz im August bei 3,0 Prozent, bei den Jugendlichen bei 3,4 Prozent – teilweise aufgrund des saisonalen Effekts des Endes der Schul- und Ausbildungsgänge. Über längere Zeit betrachtet, liegt die Quote der 15- bis 24-Jährigen nahe am nationalen Durchschnitt, und die Zahl der jungen Menschen auf Arbeitssuche steigt weiter, während nur eine Minderheit bei einem RAV registriert ist.
Was das konkret verändert
Für Recruiter bedeutet dies, dass ein Teil des verfügbaren Pools junger Talente den klassischen Vermittlungskanälen und den offiziellen Statistiken entgeht. Für die Kandidatinnen und Kandidaten selbst bedeutet eine fehlende Registrierung, dass sie auf kostenlose Unterstützung verzichten: CV-Workshops, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Kontakte zu Arbeitgebern. Für Berufsberaterinnen und Berufsberater sowie HR-Fachkräfte am Anfang ihrer Laufbahn ist dieses Phänomen ein Warnsignal dafür, die Kontaktkanäle zu 15- bis 24-Jährigen neu zu überdenken, da diese sie häufig als zu restriktiv oder nicht passend zu ihren Nutzungsgewohnheiten wahrnehmen.
Diese Woche: Wenn Sie einen jungen Hochschulabsolventen oder eine junge Hochschulabsolventin auf Arbeitssuche begleiten oder kennen, teilen Sie ihm oder ihr einen RAV-Kontakt oder eine lokale Einrichtung zur beruflichen Integration mit, bevor die Person den Mut verliert. Wenn Sie selbst betroffen sind, vereinbaren Sie diese Woche einen Termin bei Ihrem kantonalen RAV – auch wenn Sie nicht als arbeitslos mit Anspruch auf Leistungen registriert sind: Beratungsangebote bleiben häufig zugänglich.
Idee für einen anpassbaren LinkedIn-Beitrag
„Die Jugendarbeitslosigkeit steigt in der Schweiz, doch die Mehrheit meldet sich nicht beim RAV an. Das Ergebnis: Diese jungen Menschen sind in den Statistiken unsichtbar und erhalten keine Unterstützung. Wenn Sie einen jungen Hochschulabsolventen oder eine junge Hochschulabsolventin kennen, der oder die Arbeit sucht, lassen Sie die Person nicht allein: Teilen Sie die verfügbaren Ressourcen mit ihr.“
