Die Arbeitslosenquote der Schweiz beruhigt die Statistik, nicht jedoch die Arbeitssuchenden. Ein neuer, diese Woche veröffentlichter Artikel zeigt, dass die durchschnittliche Arbeitssuche in der Schweiz sieben Monate dauert – bei Führungspositionen steigt dieser Wert noch weiter.
Eine in der Schweiz ansässige Karriereexpertin fasst die Frustration vieler Bewerberinnen und Bewerber zusammen: Am schwierigsten ist nicht immer die Absage, sondern mehrere Gesprächsrunden zu durchlaufen, ohne jemals zu verstehen, warum man nicht ausgewählt wurde. Automatisierte Auswahltools gab es bereits vor fünf Jahren, doch ihre flächendeckende Nutzung hat die Situation für Bewerber verändert, die nicht mehr wissen, gegen wen oder was sie tatsächlich konkurrieren.
Auch nach Nationalität vergrößert sich die Kluft: 2025 lag die Arbeitslosenquote bei ausländischen Staatsangehörigen bei 8,3 %, gegenüber 3,4 % bei Schweizer Staatsangehörigen. Einige Positionen, insbesondere im Personalwesen oder in Public Affairs, bleiben für Nichtschweizer besonders schwer zugänglich, da sie fundierte Kenntnisse des lokalen Rechts und der politischen Institutionen voraussetzen.
Für Recruiter signalisiert diese Diskrepanz zwischen der ausgewiesenen Arbeitslosenquote und der Realität vor Ort einen dringenden Bedarf an mehr Transparenz hinsichtlich der Zeitpläne und Auswahlkriterien. Für Bewerber bedeutet dies, ihre Erwartungen neu zu justieren: Ein Prozess, der sich über mehrere Monate hinzieht, ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für ein ungeeignetes Profil.
Konkrete Maßnahme für diese Woche
Wenn Ihre Arbeitssuche länger als drei Monate dauert, vergleichen Sie Ihre Situation mit dem nationalen Durchschnitt von sieben Monaten, bevor Sie Ihre Kompetenzen infrage stellen, und bitten Sie nach jeder Gesprächsphase systematisch um detailliertes Feedback statt um eine allgemeine Absage.
