Die Arbeitslosigkeit unter IT-Absolventinnen und -Absolventen von Fachhochschulen hat sich in der Schweiz innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Die Zahl der ausgeschriebenen Junior-Stellen sank 2025 hingegen um 32 %, wobei IT-Fachkräfte am stärksten betroffen sind.
Die Ursache ist strukturell, nicht konjunkturell: Die grundlegenden Aufgaben, die junge Entwicklerinnen und Entwickler traditionell übernahmen, um den Beruf zu erlernen, werden inzwischen der generativen KI übertragen. Unternehmen erwarten von Absolventinnen und Absolventen heute deutlich stärker ausgeprägte strategische und zwischenmenschliche Kompetenzen als früher und nicht mehr nur grundlegende technische Kenntnisse.
Für Recruiter bedeutet das, die Kriterien für die Einstellung von Junior-Kräften zu überdenken: Ein Coding-Test reicht nicht mehr aus, um ein Profil zu beurteilen. Auch für Bewerberinnen, Bewerber und Bildungseinrichtungen zeichnet sich beim Lernen ein Warnsignal ab: Forschende sprechen von „learning penalties“, also einem verlangsamten Lernprozess bei jungen Menschen, die sich zu früh und zu systematisch auf KI verlassen, um ihre ersten technischen Probleme zu lösen.
Diese Woche: Wenn du Informatik studierst oder gerade deinen Abschluss gemacht hast, nimm eine Aufgabe oder einen Fehler, den du kürzlich gelöst hast, und bearbeite ihn vollständig ohne KI erneut – von der Diagnose bis zur Lösung. Bereite dich darauf vor, ihn im Vorstellungsgespräch zu erklären: Heute macht die Fähigkeit zum eigenständigen Denken den Unterschied, nicht die Geschwindigkeit der Codegenerierung.
Idee für einen LinkedIn-Beitrag zur Anpassung
„Die Arbeitslosigkeit unter jungen IT-Absolventinnen und -Absolventen hat sich in der Schweiz innerhalb von zwei Jahren verdoppelt, während die Zahl der Junior-Stellen um 32 % zurückgegangen ist. Das ist nicht das Ende des Berufs, sondern das Ende einer bestimmten Art, in ihn einzusteigen. Recruiter: Bittet eure Junior-Kandidatinnen und -Kandidaten, ein Problem vor euch ohne KI zu lösen. Ihr werdet schnell sehen, wer gelernt hat zu denken und wer gelernt hat, Prompts zu schreiben.“
